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Thermoholz

         

Seit Jahrhunderten wird versucht mittels Wärmebehandlung, daher der Begriff Thermoholz, die Haltbarkeit des universalen Baustoffes Holz zu verbessern. So haben Menschen schon zu Urzeiten Pfähle angesengt, um deren Lebensdauer in der feuchten Erde zu verlängern.

Der eigentliche technische Durchbruch gelang der modernen Forschung aber erst Ende der 1990er Jahre. Dies dürfte auch die Erklärung dafür sein, dass Thermoholz trotz seiner revolutionären Vorteile noch nicht sehr bekannt ist. 

   

Thermoholz, einheimische Holzarten erlangen Eigenschaften wie sie sonst nur Tropenhölzer besitzen.

   

Das Verfahren

   

Holz wird während mehrerer Stunden einer Temperatur von 160 - 280º C ausgesetzt. Dies geschieht beispielsweise mittels Wasserdampf und immer unter Ausschluss von Sauerstoff, um eine Verbrennung zu verhindern. Durch die Thermobehandlung wird Hemicellulose abgebaut und die Zellstruktur des Holzes so verändert, dass seine Fähigkeit Wasser aufzunehmen stark reduziert wird. 

Am Ende eines solchen Prozesses stehen einige unserer einheimischen Hölzer in der  fünfstufigen europäischen Resistenzeinteilung zusammen mit den besten Tropenhölzern in der Widerstandsklasse 1. 

Revolutionär ist das neue Verfahren besonders im Hinblick auf Buchenholz. Buche ist das wichtigste Laubholz mitteleuropäischer Wälder, war aber bisher als Bau- und Konstruktionsholz kaum verwendbar, schon gar nicht im Aussenbereich. Als Thermoholz stösst es nun in die Resistenzklasse 1 vor und kann damit bedenkenlos auch der Witterung ausgesetzt werden. 

   

Die funktionalen Vorteile von Thermoholz

   

Thermoholz hat viele Vorteile: Härter, dauerhafter, schöne Farben, arbeitet und spriesst weniger.

   

  • Formstabilität: Das Quellen und Schwinden des Holzes wird massiv eingeschränkt (bis zu 60%). 
  • Keine inneren Spannungen und als Folge davon keine Rissbildung mehr.
  • Thermoholz ist härter und nimmt deutlich weniger Feuchtigkeit von der Umgebung auf.
  • Hohe Resistenz gegen Pilzbefall, Feuchtigkeit und Witterung.
  • Thermoholz ist fast unverrottbar.
  • Neue Farbtöne, von warmem braun bis edlem schwarz. Wie Tropenholz oder teure Räucher- und Mooreiche.
  • Alle Farbtöne und qualitativen Verbesserungen sind durchgängig, d.h. auch im Innern des Holzes vorhanden.
  • Etwas besseres Wärmedämmungsverhalten und höhere Elektroisolation als bei unbehandeltem Holz.

   

Die ökologischen Vorteile

   

Europäische Hölzer können Tropenholz ersetzen und helfen mit tropische Wälder zu schützen.

   

  • Einheimisches Holz, vor allem Laubholz, kann nach der Wärmebehandlung Funktionen übernehmen, welche bisher Tropenholz vorbehalten waren. Dies ist ein Beitrag zum Schutz der bedrohten Regenwälder und fördert die Bewirtschaftung europäischer Laubmischwälder.
  • Holz ist ein Naturprodukt. Als Thermoholz bleibt es das auch.
  • Es werden keine chemischen Konservierungsmittel und oft auch keine Farbanstriche mehr benötigt.
  • Thermoholz wird nur durch Wärme behandelt und ist als Altholz deshalb unbedenklich zu entsorgen.

   

Nachteile

   

  • Verringerung der Biegefestigkeit.
  • Thermoholz eignet sich deshalb nicht für Funktionen, die eine hohe statische Belastbarkeit voraussetzen (Träger und Pfeiler).
  • Thermoholz ist zwar von der Wärmebehandlung her durchgehend gefärbt, wie bei normalem Holz ist diese Farbe aber nicht UV stabil.
  • Die Thermobehandlung bringt auch kleinste Fehler im Holz gnadenlos ans Licht. Als Ausgangsmaterial eignet sich deshalb nur Holz höchster Qualität. Das hat natürlich Auswirkungen auf den Preis. Thermoholz ist ein ausgesprochenes Premiumprodukt.
  • Nadelholz als Thermoholz bringt bis anhin noch nicht die gewünschten Resultate. Thermoholz ist deshalb in erster Linie Laubholz.

   

Anwendungsmöglichkeiten

   

Thermoholz eignet sich für den Einsatz im Aussen- und Innenbereich:

   

  • Terrassenböden
  • Holzroste
  • Holzfassaden
  • Türen und Fenster
  • Sichtschutzwände
  • Schallschutzelemente
  • Holzspielgeräte
  • Pergolen
  • Gartenmöbel
  • Fussböden
  • Saunabau
  • Badezimmereinrichtungen
  • Wandverkleidungen
  • Holzdecken
  • Holzmöbel

   

Thermoholz Buche

   

   

Buchenholz ist das ideale Thermoholz und profitiert am meisten von dem neuen Verfahren. 

Nach der Wärmebehandlung besitzt es Resistenzklasse 1 und kann im Aussenbereich eingesetzt werden. Besonders beliebt sind Holzböden aus thermobehandeltem Buchenholz.

   

Thermoholz Esche

   

   

Eschenholz erhält durch die Thermobehandlung einen sehr schönen goldenen Farbton und eignet sich besonders für die Herstellung von Möbeln.

   

Thermoholz Eiche

   

   

Bei Eiche ermöglicht die Umwandlung zu Thermoholz das Entstehen von besonders edlen Farbtönen, wie sie sonst nur bei der Räuchereiche oder der seltenen Mooreiche vorkommen. 

   

   

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